Neuf ... das ist ja einfach ...
Auf dem Weg raus aus meiner Zelle auf den Flur denke ich mir: "Och, leerst du doch mal deinen Briefkasten." Also die "boîte aux lettres".
Wahnsinn! Es ist was drin! Es ist ein Zettel, auf dem steht: Notification ... dann ganz viel Text und ein paar Kästchen zum Ankreuzen ... und dann ein Kreuzchen bei "un colis" -- Also ein Paket.
"Juhu!" denke ich mir und setze mich Richtung acceuil in Bewegung.
Ein Paket, denke ich mir, das kann doch eigentlich nur der lang ersehnte, nicht von Fanatikern gefilterte Internetzugang sein. Da fällt mir, sinnierend über meinen Blog ein, dass ich darüber noch gar nicht geschrieben habe.
Also Rückblick: Im August lege ich mir bei Skype ein Jahr Zugang zum Festnetztelefonnetz zu. Das ist wunderbar, denn von überall, wo man einen Internetanschluss hat, kann man in ein beliebiges Land der EU (plus ein paar zusätzliche Länder) telefonieren. Und zwar abgesehen von den 45€ im Jahr kostenlos. Super.
Natürlich hat Studi nachgedacht, bevor er das gemacht hat, und sich auf der Homepage der Résidence schlau gemacht, ob es Internetanschluss gibt. Weder im Mietvertrag noch auf der Homepage ist ein Hinweis zu finden, dass man mit den in jedem Zimmer installierten "100 MBit/s"-Steckdosen nicht Skypen könnte.
Also denn: Auf nach Grenoble.
Einmal angekommen stellt sich heraus, dass der Internetanschluss auf dem Zimmer mehr einem Blinker entspricht, als einem stabilen Anschluss: An, aus, an, aus... und das bei ca. 15kbit/s im Schnitt. Das ist langsamer als zu ISDN-Zeiten. Aber fürs Skypen reicht es.
So telefoniere ich fleißig mit Freundin, Eltern, Verwandten usw. und freue mich. Bis zum Tag, an dem alle Studis und mit ihnen die résponsables du réseau (frei übersetzt etwa "Netzwerkfaschos") zurückkommen.
Puff, aus der Traum vom telefonieren: Chambre bloquée! Und zwar à cause d'utilisation d'un logiciel P2P.
Kurzum: Wer Peer-to-Peer-Technik verwendet, wird blockiert. Jetzt ist das Ziel offenkundig der Studi, der seine Festplatte mit Filmen und Musik aus diversen Tauschbörsen füllt.
Denkt man.
Auf Nachfrage bei einem der Verantwortlichen heißt es dann: Nee, nee, das ist technischer Natur, P2P würde das Netz überlasten.
Gut. Kurzer Rückblick nach Darmstadt: Karlshof, jedes Zimmer angeschlossen ans Netzwerk, inklusive 100MBit/s Internetzugang. Skype? Kein Problem.
Kurzer Rückblick nach Grenoble vor der Rückkehr der Könige: Wifi-Netz und sogar schrottig lahmes Kabelnetzwerk auf dem Zimmer. Skype? Kein Problem.
Und was erfahre ich vorgestern: Skype letztes Jahr in der Résidence? Kein Problem.
Also wo ist das Problem??? Nach Analyse der deutschen Austauschstudentin scheint es am Wechsel des Ober-Admins und einem damit einhergehenden Systemwechsels von "locker und freundlich" hin zu "arrogant und paranoid" zu liegen.
Auf dem Treffen der Netzwerkfaschos ... äh, 'tschuldigung, résponsables du réseau, das ich aufgrund meiner Probleme mal besuche, werden die Neuen kurz begrüßt und das Netz kurz vorgestellt. Bis, nach ca. 10 Minuten, das Thema abrutscht auf die Themen "Dämliche Netzwerk-Nutzer" und "Wie sperre ich Zugänge am effektivsten?". Denn das sind wichtige Themen. Fragen wie die, nach der Nutzung der gerade günstig verfügbaren optischen Anschlüssen für das Wohnheim mit 100MBit/s pro Leitung kommen nicht zur Sprache.
Da kann man sich eine einfache Rechnung aufmachen: Derzeit verfügt das Wohnheim über 8 DSL-Anschlüsse à 6 oder 8 MBit/s. Diese kosten, vorausgesetzt die Preise sind in etwa die des Marktes für Privatkunden, etwa 30 € im Monat. Summa summarum also 240 € im Monat für insgesamt bis zu 64 MBit/s. Die Angebote der France Télécom für einen Glasfaseranschluss liegen bei 45 € im Monat für 100MBit/s.
Für mich als rechnenden Studi stellt sich die Frage: Ist dann nicht viel weniger Netzwerk-Technik nötig, wenn alle Verbindungen nur noch über eine Leitung laufen?
An diesem Tag viel meine Entscheidung, in den sauren Apfel zu beißen und mir ne eigene DSL-Leitung legen zu lassen. Und da ist sie nun, meine Internetkiste.
Den Charme von Playmobil hat sie irgendwie. Sehr leicht, groß, also auch für Leute mit großen Händen geeignet. Besonders faszinieren mich die französischen Telefonbuchsen. Wer dachte, die Analogbuchsen der Telekom (auch bekannt als TAE) seien groß, der soll sich mal das französische Pendant und die zugehörigen Stecker anschauen: Prise en T und filtre ADSL im Vergleich zu einem gewöhnlichen Schuko-Stecker...
Und TROMMELWIRBEL natürlich geht's nicht.
So und nach diesem ernüchternden Erlebnis hoffe ich nun auf einen Brief von NEUF (neuerdings Tochter von SFR), der mir meine Kundennummer mitteilt, damit ich auf der Homepage von SFR einen Termin mit einem technicien machen kann, der die Leitung freischaltet (nicht, dass mir das die France Télécom vor zwei Wochen schon bestätigt hätte...).
Vive la France!
Wahnsinn! Es ist was drin! Es ist ein Zettel, auf dem steht: Notification ... dann ganz viel Text und ein paar Kästchen zum Ankreuzen ... und dann ein Kreuzchen bei "un colis" -- Also ein Paket.
"Juhu!" denke ich mir und setze mich Richtung acceuil in Bewegung.
Ein Paket, denke ich mir, das kann doch eigentlich nur der lang ersehnte, nicht von Fanatikern gefilterte Internetzugang sein. Da fällt mir, sinnierend über meinen Blog ein, dass ich darüber noch gar nicht geschrieben habe.
Also Rückblick: Im August lege ich mir bei Skype ein Jahr Zugang zum Festnetztelefonnetz zu. Das ist wunderbar, denn von überall, wo man einen Internetanschluss hat, kann man in ein beliebiges Land der EU (plus ein paar zusätzliche Länder) telefonieren. Und zwar abgesehen von den 45€ im Jahr kostenlos. Super.
Natürlich hat Studi nachgedacht, bevor er das gemacht hat, und sich auf der Homepage der Résidence schlau gemacht, ob es Internetanschluss gibt. Weder im Mietvertrag noch auf der Homepage ist ein Hinweis zu finden, dass man mit den in jedem Zimmer installierten "100 MBit/s"-Steckdosen nicht Skypen könnte.
Also denn: Auf nach Grenoble.
Einmal angekommen stellt sich heraus, dass der Internetanschluss auf dem Zimmer mehr einem Blinker entspricht, als einem stabilen Anschluss: An, aus, an, aus... und das bei ca. 15kbit/s im Schnitt. Das ist langsamer als zu ISDN-Zeiten. Aber fürs Skypen reicht es.
So telefoniere ich fleißig mit Freundin, Eltern, Verwandten usw. und freue mich. Bis zum Tag, an dem alle Studis und mit ihnen die résponsables du réseau (frei übersetzt etwa "Netzwerkfaschos") zurückkommen.
Puff, aus der Traum vom telefonieren: Chambre bloquée! Und zwar à cause d'utilisation d'un logiciel P2P.
Kurzum: Wer Peer-to-Peer-Technik verwendet, wird blockiert. Jetzt ist das Ziel offenkundig der Studi, der seine Festplatte mit Filmen und Musik aus diversen Tauschbörsen füllt.
Denkt man.
Auf Nachfrage bei einem der Verantwortlichen heißt es dann: Nee, nee, das ist technischer Natur, P2P würde das Netz überlasten.
Gut. Kurzer Rückblick nach Darmstadt: Karlshof, jedes Zimmer angeschlossen ans Netzwerk, inklusive 100MBit/s Internetzugang. Skype? Kein Problem.
Kurzer Rückblick nach Grenoble vor der Rückkehr der Könige: Wifi-Netz und sogar schrottig lahmes Kabelnetzwerk auf dem Zimmer. Skype? Kein Problem.
Und was erfahre ich vorgestern: Skype letztes Jahr in der Résidence? Kein Problem.
Also wo ist das Problem??? Nach Analyse der deutschen Austauschstudentin scheint es am Wechsel des Ober-Admins und einem damit einhergehenden Systemwechsels von "locker und freundlich" hin zu "arrogant und paranoid" zu liegen.
Auf dem Treffen der Netzwerkfaschos ... äh, 'tschuldigung, résponsables du réseau, das ich aufgrund meiner Probleme mal besuche, werden die Neuen kurz begrüßt und das Netz kurz vorgestellt. Bis, nach ca. 10 Minuten, das Thema abrutscht auf die Themen "Dämliche Netzwerk-Nutzer" und "Wie sperre ich Zugänge am effektivsten?". Denn das sind wichtige Themen. Fragen wie die, nach der Nutzung der gerade günstig verfügbaren optischen Anschlüssen für das Wohnheim mit 100MBit/s pro Leitung kommen nicht zur Sprache.
Da kann man sich eine einfache Rechnung aufmachen: Derzeit verfügt das Wohnheim über 8 DSL-Anschlüsse à 6 oder 8 MBit/s. Diese kosten, vorausgesetzt die Preise sind in etwa die des Marktes für Privatkunden, etwa 30 € im Monat. Summa summarum also 240 € im Monat für insgesamt bis zu 64 MBit/s. Die Angebote der France Télécom für einen Glasfaseranschluss liegen bei 45 € im Monat für 100MBit/s.
Für mich als rechnenden Studi stellt sich die Frage: Ist dann nicht viel weniger Netzwerk-Technik nötig, wenn alle Verbindungen nur noch über eine Leitung laufen?
An diesem Tag viel meine Entscheidung, in den sauren Apfel zu beißen und mir ne eigene DSL-Leitung legen zu lassen. Und da ist sie nun, meine Internetkiste.
Und TROMMELWIRBEL natürlich geht's nicht.
So und nach diesem ernüchternden Erlebnis hoffe ich nun auf einen Brief von NEUF (neuerdings Tochter von SFR), der mir meine Kundennummer mitteilt, damit ich auf der Homepage von SFR einen Termin mit einem technicien machen kann, der die Leitung freischaltet (nicht, dass mir das die France Télécom vor zwei Wochen schon bestätigt hätte...).
Vive la France!


















