Alles Roger!
Es klingelt. Ich gehe ans Handy. "Allô?" - "Allô? Roger? C'est toi?", antwortet die Stimme einer älteren Dame.
Mmmm. Das gibt mir zu denken. Ich sage ihr, dass sie sich da wohl in der Nummer geirrt haben muss, und sie entschuldigt sich.
Die Erlebnisse werden in letzter Zeit immer subtiler, immer mehr wird Alltag. Deswegen wird es auch immer schwieriger so Bestsellerlisten-Stürmer wie "Das mache ich jetzt alles mit links" oder "La mafia téléphonique" zu schreiben. Aber das hält mich natürlich nicht ab, eine wirre folge kurioser bis befremdlicher Erlebnisse niederzuschreiben.
Da ist zum Beispiel die Frau, die den Cours "Gestion des entreprises" gibt. Seltsam genug, dass sie erstmal in einer kurzen (bref), vierwöchigen Einleitung erklärt hat, wie die Subprime-Krise in den USA zustande kam, ohne zu erklären, was Subprimes sind und was das überhaupt mit BWL zu tun hat. Nein, sie war auch fest der Meinung, die Agenda 2010 und die Reformen des Arbeitsmarktes (Hartz-Gesetze) seinen unter Frau Merkel beschlossen worden.
Gut, niemand weiß, ob die Frau mit der charmanten Lächeln und den lustigen, bunten Anzügen nicht schon vorher ihre Finger mit im Spiel hatte (Verschwörungstheoretiker bitte in ... drei, zwei, eins: JETZT!).
Aber hier ein Appell an alle BWL-Katheder der Nation, nein der ganzen Welt: Folgende Dinge bitte ich dringen zu überarbeiten!
Danke, danke, danke. Jetzt geht es mir besser.
Und dann hat es übrigens geschneit. Hier in Grenoble, in den Alpen. Welch seltener Anblick, in der Tat. Denn seit ich hier bin, ist es zwar kalt geworden, aber es hat nicht geschneit? Klimawandel? Nein, ganz normal, denn der ganze Schnee muss ja in den Skigebieten landen. Was soll er in der Stadt, da wird doch nur Matsch draus. Und wenn er sich doch mal dahin verirrt, dann wird, um ihn zu konservieren und ihn schnell auf die Berge zu transportieren das Busliniennetz runtergefahren. Ungelogen, mein Praktikumskollege Corentin kam ne halbe Stunde zu spät, weil er den allerletzten noch fahrenden Bus zur Uni genommen hatte, in den ungefähr eine Million Leute reinwollten. Naja, sie sind halt vorsichtig mit dem weißen Teufelszeug in Grenoble. In Darmstadt fahren die Busse einfach solange weiter, bis einer auf der Alexanderstraße quersteht. :D
Ach ja, und dann klingelt mein Handy wieder. Ich nehme ab: "Allô." - "Allô, Roger? Roger?", sagt eine Männerstimme. "Non, desolé. C'est pas Roger, vous avez la mauvaise numéro." - "Oh, pardon."
Werde ich herausfinden, wer Roger ist? Und warum sagen sie immer "Roscheee" und nicht "Rottscher"? Vielleicht mehr dazu in einer neuen Folge dieses Blogs. Und bis dahin: Wie Ingenieure werden, wie sie sind.
Mmmm. Das gibt mir zu denken. Ich sage ihr, dass sie sich da wohl in der Nummer geirrt haben muss, und sie entschuldigt sich.
Die Erlebnisse werden in letzter Zeit immer subtiler, immer mehr wird Alltag. Deswegen wird es auch immer schwieriger so Bestsellerlisten-Stürmer wie "Das mache ich jetzt alles mit links" oder "La mafia téléphonique" zu schreiben. Aber das hält mich natürlich nicht ab, eine wirre folge kurioser bis befremdlicher Erlebnisse niederzuschreiben.
Da ist zum Beispiel die Frau, die den Cours "Gestion des entreprises" gibt. Seltsam genug, dass sie erstmal in einer kurzen (bref), vierwöchigen Einleitung erklärt hat, wie die Subprime-Krise in den USA zustande kam, ohne zu erklären, was Subprimes sind und was das überhaupt mit BWL zu tun hat. Nein, sie war auch fest der Meinung, die Agenda 2010 und die Reformen des Arbeitsmarktes (Hartz-Gesetze) seinen unter Frau Merkel beschlossen worden.
Gut, niemand weiß, ob die Frau mit der charmanten Lächeln und den lustigen, bunten Anzügen nicht schon vorher ihre Finger mit im Spiel hatte (Verschwörungstheoretiker bitte in ... drei, zwei, eins: JETZT!).
Aber hier ein Appell an alle BWL-Katheder der Nation, nein der ganzen Welt: Folgende Dinge bitte ich dringen zu überarbeiten!
- Fließtext ist schön. Schön in Zeitungen, schön in Büchern. Und ja, ich weiß, PowerPoint hat es euch einfach gemacht; Das Handgelenk wird geschont, man muss nicht mehr aus dem Buch auf den Overhead- äh, Polylux-Projektor schrieben. Und auch die Stimme wird geschont, denn man kann nach zwei Sätzen sagen: "Ja, und der Rest steht ja auf der Folie."
Außerdem wird das Gedächtnis geschont! Untragbar, sich die vorzutragenden Fakten zu merken und aufzubereiten! Ist es da nicht viel bequemer, einfach die Stimmung mit einer netten PowerPoint-Karaoke-Einlage in kneipenähnlicher Hörsaalatmosphäre zu heben?
Nein! Die Antwort ist: Nein! Wenn ich Fließtext auf meinen Vorlesungsfolien haben will, stelle ich einen Affen an! Der verlangt nicht nur weniger Lohn, er entlaust auch noch den gesamten Fachbereich! - Augenärzte machen fiese Sachen, um herauszusehen, wie gut wir sehen können. Mir ist da mal was passiert, das war so lustig: Da hat doch ne BWL-Dozentin gedacht, sie sei Augenärztin. Und hat nen Farbenblindheitstest gemacht. Kann jeder mit Bordmitteln einer BWL-Bordküche nachmachen: Man nehme grauen Hintergrund und gelb-grüne Farbe, um die wichtigen Begriffe hervorzuheben! Überhaupt: Das sollte man immer so machen! Auch Verkehrsschilder sollten in diesen Warnfarben gehalten werden, damit man das Verkehrsgeschehen besser überblicken kann!
- Zahlenbeispiele. Jeder liebt Zahlenbeispiele. Mmmm, wie funktioniert das mit der Mehrwertsteuer? 19% drau? Ja, das ist einfach: Das Produkt kostet ohne MwSt. 10 €, also kostet es mit MwSt. 11,90 €. Das ist leicht, man kann es sich merken. Oder wie viel MwSt. ist denn nun in meinem Rechner für 279 € drin? Na ganz einfach, das sind 279 - 234,45 = 44,55 €. Auch einfach, oder? Oder wie wird die Bilanz berechnet? Na ganz einfach, da kommen die 10000 € aus Verkauf in die Passiva, die aufgenommenen 12000 € in die Aktiva. Die Lagerbestände von 14 000 € kommen in die Passiva. Die 2000 € für Reisen auch und der Dispo bei der Bank i.H.v. 25000 € kommt in die Aktiva. Das liquide Guthaben beträgt 19500 € und landet, Sie haben es erraten, in den Passiva. Insgesamt haben wir also ein Resultat von 18500 €. War einfach nicht?
- Motivation durch Monolog, Interaktion durch "Ça suffit!". Wer kennt es nicht: Trotz eines extatisch vorgetragenen Monologs über Aktiva, Passiva und seltsame Abkürzungen wollen einige dutzend Studierende im Publikum einfach nicht ablassen, bei ihren Nachbarn Verständnisfragen über die Sauftouren des letzten Wochenendes zu stellen. Da hilft nur eins: Proaktives Auftreten und Einbindung der Krawallmacher durch Kompromisse signalisierende Fragen wie: "Ça suffit!" (Es reicht!) oder "Si vous avez des questionnnns, posez-les ici. Touuuuut le moooonde va pro-fi-ter." (Wenn sie noch Fragen haaaaben, stellen Sie sie hier. Jeeeder hat-was-da-von!)
Sacht man so, ist freundlicher als "Ferme-la!" (Schnauze!) :) - Laptop an Beamer schwer! Gut, dass es sie wieder gibt: Die Buhmänner. Im Paradies war es Eva, am Jom Kippur im alten Testament war's der Ziegenbock, bei Microsoft war's die Hardware und bei der CDU ist es die SPD. In Vorlesungen ist es: Trommelwirbel... gestatten, die Technik! Beamer in Hörsälen, Fluch oder Segen? Fluch natürlich! Wer kann es denn dem Benutzer zumuten, dass man zwei Sekunden auf die Reaktion des Beamers warten muss, bis man weiß, ob man den richtigen Knopf gedrückt hat. Lasst uns alle Knöpfe 20mal in der Sekunde drücken, davon wird es besser!
Danke, danke, danke. Jetzt geht es mir besser.
Und dann hat es übrigens geschneit. Hier in Grenoble, in den Alpen. Welch seltener Anblick, in der Tat. Denn seit ich hier bin, ist es zwar kalt geworden, aber es hat nicht geschneit? Klimawandel? Nein, ganz normal, denn der ganze Schnee muss ja in den Skigebieten landen. Was soll er in der Stadt, da wird doch nur Matsch draus. Und wenn er sich doch mal dahin verirrt, dann wird, um ihn zu konservieren und ihn schnell auf die Berge zu transportieren das Busliniennetz runtergefahren. Ungelogen, mein Praktikumskollege Corentin kam ne halbe Stunde zu spät, weil er den allerletzten noch fahrenden Bus zur Uni genommen hatte, in den ungefähr eine Million Leute reinwollten. Naja, sie sind halt vorsichtig mit dem weißen Teufelszeug in Grenoble. In Darmstadt fahren die Busse einfach solange weiter, bis einer auf der Alexanderstraße quersteht. :D
Ach ja, und dann klingelt mein Handy wieder. Ich nehme ab: "Allô." - "Allô, Roger? Roger?", sagt eine Männerstimme. "Non, desolé. C'est pas Roger, vous avez la mauvaise numéro." - "Oh, pardon."
Werde ich herausfinden, wer Roger ist? Und warum sagen sie immer "Roscheee" und nicht "Rottscher"? Vielleicht mehr dazu in einer neuen Folge dieses Blogs. Und bis dahin: Wie Ingenieure werden, wie sie sind.



















Kennt ihr das? Ihr habt es mit dem Dozenten mit der unleserlichsten Handschrift, dem chaotischsten Tafelbild oder dem fahrigsten Vortragsstil zu tun. Und das sind dann meistens die Dozenten, die wollen, dass man selbst in Klausuren unter Zeitdruck alles
Tracked: Dec 14, 16:48