Blick zurück: Ein bewegter Februar geht zuende
Tja, ich hab ja lange nichts generelles mehr geschrieben. Aber jetzt ist es soweit. Anlässlich des baldigen Ablebens des Februars 2009 (der Arme, hatte so ein kurzes Leben, Pfui Gregorianischer Kalender!) blicke ich zurück auf den mit etwa 2500 zurückgelegten Kilometern vermutlich geografisch längsten Monat seit langem.
Heureka, die Klausuren sind vorbei! Besser kann ein Monat gar nicht anfangen. Nach fünf Klausuren in drei Tagen Ende Januar hat man auch keine Lust mehr. Aber so ist selbst der vollgepackte Stundenplan wie Ferien. Und die Sonne, die rauskommt, als wir nach den dunklen Wolken der Quantenphysik-Prüfung aus dem Gebäude auf den Rasen davor gehen, sagt: Egal, wie sehr das Wasserstoffmolekül gezeigt hat, dass du die Q-Physik nicht verstanden hast, es ist vorbei.
Neues Semester, neues Glück. Und wenn ich auch nicht allzu zufrieden mit mir im letzten Semester war: Es muss, kann nur, besser werden. Und wie um zu sagen 'Alles klar, es geht weiter.' gibt es am Donnerstag vor den Ferien wieder ein repas de classe, diesmal mit Käsefondue. Mmmm, lecker.
Das Lokal mit der schmalsten Tür, die ich je gesehen habe. Und die Brotkörbe hängen an der Decke und die Halloween-Deko ist noch nicht abgehängt. Aber was soll's! Nur noch einmal Praktikum und dann nach Hause.
Und dann gibt es großartige Neuigkeiten: Meine Heimfahrt über die einzigen echten Ferien im Jahr ging einwandfrei! Alle Züge standen pünktlich am Gleis, ich hatte Fahrkarte und den Carte-12-25-Lappen zur Hand, ich kannte meinen Weg und brauchte daher auch kein Leitsystem, keine Schilder. Alles gefunden. Wow! Bahnreise-Paris, ich habe dich geknackt!
Und nach zwei gammeligen, aber nach über sechs Wochen mal wieder dringend nötigen Tagen mit meiner Freundin, holt mich die Realität meiner diversen Darmstädter Aktivitäten ein. Im politischen Leben der Uni ist die Luft dick, seit Fachwerk, die Fachschaftenliste, einen RCDS-Kandidaten, entgegen aller Absprachen und Unterschieden in An- und Absichten, in den AStA gewählt hat. Die Jusos sind konsequenterweise aus dem AStA ausgeschieden. Aber was für ein Chaos! Und ich hatte mich so über die AStA-Beteiligung seit Herbst 2007 gefreut.
Aber so viel mir die Aufgabe zu, die Jahreshauptversammlung zu leiten. Und das ist schön: Alle, mit denen man Jahre lang zusammen gearbeitet und sich über Chaoten an der Uni geärgert hat, wieder zu sehen. Und vor allem: zu sehen, wer alles neu dabei ist. Super, da kann's ja weitergehen.
Und dann, mit Steffi, nach Rosbach, um das zu tun, was Kinder mit ihren Eltern tun: Sich das Auto ausliehen. Was haben nur Kinder vor der Erfindung des Autos gemacht? Sich den Gaul der Eltern geliehen, wenn sie ins Nachbardorf auf eine Dorffeier wollten?
Durch das dichteste Schneetreiben, seit ich den Führerschein habe, sind wir nach Griesheim gefahren. Nur um über die vereistesten Straßen seit langem am Freitag nach Straßburg aufzubrechen. Um sieben Uhr, wenn die Uhren der Studenten noch schlafen.
Wofür? Na, für mein Vorstellungsgespräch für mein Sommerpraktikum. Am IPCMS habe ich mich beworben und bin prompt eingeladen worden. Am Empfang spreche ich mit einem, lass sagen ungewöhnlichen Herren. Mit seiner farblich interessant gestalteten Anzugkombination hätte ich ihn eher in einer Kunstausstellung als in einem physikalischen Forschungskomplex erwartet.
Er ist zuvorkommend, erklärt mir alles, sogar Dinge, nach denen ich gar nicht gefragt habe.
Und dann, nachdem er mir erklärt hat, wie viele Millionen Euro hier herumstehen, muss ich mich als Besucher eintragen. Das kannte ich. Vom Bundestag, mit Voranmeldung. Oder dass die GSI sowas macht. Man bekommt dann eine Karte oder einen Ausweis, den man gut sichtbar mit sich rumtragen muss. Aber, wie ich schon vermutete, nimmt man es damit an universitären Einrichtungen ein bisschen lockerer: Für die Akten wird ein weißes Blatt mit Datum versehen und ich schreibe Namen, Vornamen, meine Unterschrift und den Namen meines Gastgebers darauf. Mmmm, das war ja einfach.
Mein Gastgeber (klingt lustig!), Monsieur Mager zeigt mir alles, was sie in ihren Laboren haben. Und wie unfair es ist, Steffi warten zu lassen. Nachher erzählt sie mir, wie sie sich in der Blase doppelter Fremdsprachenschaft gefühlt hat: Nicht nur, dass die Leute um sie herum französisch sprachen. Wenn sie denn mal englisch sprachen, sprachen sie über Sachen und in Begriffen, die ihr trotzdem wie Böhmische Dörfer vorkamen. Liebe Steffi, das kommt davon, wenn man sich einen Techniker als Freund anlacht. ;) Aber zumindest geht es mir ähnlich, wenn sich Pädagogen und Soziologen über ihre Arbeit unterhalten. Nur tun sie das selten auf französisch.
Die Forscher in der Gruppe, deren Labore ich sehen durfte, machen lustige Sachen. Sie schreiben mit Licht in Plastikpudding, sie lassen Glasfasern mit Licht wachsen und sie schalten Laser mit Plastik an und aus. Eigentlich genau das, was mich interessiert: Es hat was mit Kommunikationstechnik zu tun, etwas mit nichtlinearen Medien und mit abgehobener Quantenphysik. Und das beste: Das Institut hat im August zwei Wochen geschlossen: Ferien! Jetzt nur noch die Formalitäten regeln und dann wird es ein guter Sommer!
Wieder in Grenoble angekommen, wird es sportlich. Die scolarité hat verpeilt, dass die Studis nicht gleichzeitig Sport und Übungsgruppe haben können. So muss ich mir einen Badminton-Kurs suchen, an dem ich die verpassten Termine nachholen kann. So werden die nächsten vier Wochen Montags und Dienstags zwei Stunden Badminton enthalten.
Der Dienstagabend-Kurs ist in der Halle Belledonne. Welch ein poetischer Name für eine umfunktionierte Lagerhalle mit Wellblechdach und Betonboden. So habe ich noch nie Badminton gespielt. Wieso können wir nicht in die Halle Chartreuese nebenan? Naja, keine Verletzungen und zwei Doppel mit dem Kursleiter. Spaß gemacht hat es also trotzdem.
Seitdem hat mir der Alltag wieder. Aber es wird schon. Und jetzt, da es auch Fabi in die Ferne verschlagen hat, habe ich nach Arnes Rückkehr auch wieder einen Blog zu lesen.
Tja, und so steht dieser Monat auch ein bisschen im Zeichen des neuen Tomte-Albums "Heureka". Es machte mir schon die Rückfahrt nach Grenoble angenehmer. So fühle ich mich ein bisschen wie der letzte Große Wal und denke mir: "Und alle zusammen! / Das haben wir nicht schlecht gemacht! / Voran, voran, / voran, voran!"
Heureka, die Klausuren sind vorbei! Besser kann ein Monat gar nicht anfangen. Nach fünf Klausuren in drei Tagen Ende Januar hat man auch keine Lust mehr. Aber so ist selbst der vollgepackte Stundenplan wie Ferien. Und die Sonne, die rauskommt, als wir nach den dunklen Wolken der Quantenphysik-Prüfung aus dem Gebäude auf den Rasen davor gehen, sagt: Egal, wie sehr das Wasserstoffmolekül gezeigt hat, dass du die Q-Physik nicht verstanden hast, es ist vorbei.
Neues Semester, neues Glück. Und wenn ich auch nicht allzu zufrieden mit mir im letzten Semester war: Es muss, kann nur, besser werden. Und wie um zu sagen 'Alles klar, es geht weiter.' gibt es am Donnerstag vor den Ferien wieder ein repas de classe, diesmal mit Käsefondue. Mmmm, lecker.
Das Lokal mit der schmalsten Tür, die ich je gesehen habe. Und die Brotkörbe hängen an der Decke und die Halloween-Deko ist noch nicht abgehängt. Aber was soll's! Nur noch einmal Praktikum und dann nach Hause.
Und dann gibt es großartige Neuigkeiten: Meine Heimfahrt über die einzigen echten Ferien im Jahr ging einwandfrei! Alle Züge standen pünktlich am Gleis, ich hatte Fahrkarte und den Carte-12-25-Lappen zur Hand, ich kannte meinen Weg und brauchte daher auch kein Leitsystem, keine Schilder. Alles gefunden. Wow! Bahnreise-Paris, ich habe dich geknackt!
Und nach zwei gammeligen, aber nach über sechs Wochen mal wieder dringend nötigen Tagen mit meiner Freundin, holt mich die Realität meiner diversen Darmstädter Aktivitäten ein. Im politischen Leben der Uni ist die Luft dick, seit Fachwerk, die Fachschaftenliste, einen RCDS-Kandidaten, entgegen aller Absprachen und Unterschieden in An- und Absichten, in den AStA gewählt hat. Die Jusos sind konsequenterweise aus dem AStA ausgeschieden. Aber was für ein Chaos! Und ich hatte mich so über die AStA-Beteiligung seit Herbst 2007 gefreut.
Aber so viel mir die Aufgabe zu, die Jahreshauptversammlung zu leiten. Und das ist schön: Alle, mit denen man Jahre lang zusammen gearbeitet und sich über Chaoten an der Uni geärgert hat, wieder zu sehen. Und vor allem: zu sehen, wer alles neu dabei ist. Super, da kann's ja weitergehen.
Und dann, mit Steffi, nach Rosbach, um das zu tun, was Kinder mit ihren Eltern tun: Sich das Auto ausliehen. Was haben nur Kinder vor der Erfindung des Autos gemacht? Sich den Gaul der Eltern geliehen, wenn sie ins Nachbardorf auf eine Dorffeier wollten?
Durch das dichteste Schneetreiben, seit ich den Führerschein habe, sind wir nach Griesheim gefahren. Nur um über die vereistesten Straßen seit langem am Freitag nach Straßburg aufzubrechen. Um sieben Uhr, wenn die Uhren der Studenten noch schlafen.
Wofür? Na, für mein Vorstellungsgespräch für mein Sommerpraktikum. Am IPCMS habe ich mich beworben und bin prompt eingeladen worden. Am Empfang spreche ich mit einem, lass sagen ungewöhnlichen Herren. Mit seiner farblich interessant gestalteten Anzugkombination hätte ich ihn eher in einer Kunstausstellung als in einem physikalischen Forschungskomplex erwartet.
Er ist zuvorkommend, erklärt mir alles, sogar Dinge, nach denen ich gar nicht gefragt habe.
Und dann, nachdem er mir erklärt hat, wie viele Millionen Euro hier herumstehen, muss ich mich als Besucher eintragen. Das kannte ich. Vom Bundestag, mit Voranmeldung. Oder dass die GSI sowas macht. Man bekommt dann eine Karte oder einen Ausweis, den man gut sichtbar mit sich rumtragen muss. Aber, wie ich schon vermutete, nimmt man es damit an universitären Einrichtungen ein bisschen lockerer: Für die Akten wird ein weißes Blatt mit Datum versehen und ich schreibe Namen, Vornamen, meine Unterschrift und den Namen meines Gastgebers darauf. Mmmm, das war ja einfach.
Mein Gastgeber (klingt lustig!), Monsieur Mager zeigt mir alles, was sie in ihren Laboren haben. Und wie unfair es ist, Steffi warten zu lassen. Nachher erzählt sie mir, wie sie sich in der Blase doppelter Fremdsprachenschaft gefühlt hat: Nicht nur, dass die Leute um sie herum französisch sprachen. Wenn sie denn mal englisch sprachen, sprachen sie über Sachen und in Begriffen, die ihr trotzdem wie Böhmische Dörfer vorkamen. Liebe Steffi, das kommt davon, wenn man sich einen Techniker als Freund anlacht. ;) Aber zumindest geht es mir ähnlich, wenn sich Pädagogen und Soziologen über ihre Arbeit unterhalten. Nur tun sie das selten auf französisch.
Die Forscher in der Gruppe, deren Labore ich sehen durfte, machen lustige Sachen. Sie schreiben mit Licht in Plastikpudding, sie lassen Glasfasern mit Licht wachsen und sie schalten Laser mit Plastik an und aus. Eigentlich genau das, was mich interessiert: Es hat was mit Kommunikationstechnik zu tun, etwas mit nichtlinearen Medien und mit abgehobener Quantenphysik. Und das beste: Das Institut hat im August zwei Wochen geschlossen: Ferien! Jetzt nur noch die Formalitäten regeln und dann wird es ein guter Sommer!
Wieder in Grenoble angekommen, wird es sportlich. Die scolarité hat verpeilt, dass die Studis nicht gleichzeitig Sport und Übungsgruppe haben können. So muss ich mir einen Badminton-Kurs suchen, an dem ich die verpassten Termine nachholen kann. So werden die nächsten vier Wochen Montags und Dienstags zwei Stunden Badminton enthalten.
Der Dienstagabend-Kurs ist in der Halle Belledonne. Welch ein poetischer Name für eine umfunktionierte Lagerhalle mit Wellblechdach und Betonboden. So habe ich noch nie Badminton gespielt. Wieso können wir nicht in die Halle Chartreuese nebenan? Naja, keine Verletzungen und zwei Doppel mit dem Kursleiter. Spaß gemacht hat es also trotzdem.
Seitdem hat mir der Alltag wieder. Aber es wird schon. Und jetzt, da es auch Fabi in die Ferne verschlagen hat, habe ich nach Arnes Rückkehr auch wieder einen Blog zu lesen.
Tja, und so steht dieser Monat auch ein bisschen im Zeichen des neuen Tomte-Albums "Heureka". Es machte mir schon die Rückfahrt nach Grenoble angenehmer. So fühle ich mich ein bisschen wie der letzte Große Wal und denke mir: "Und alle zusammen! / Das haben wir nicht schlecht gemacht! / Voran, voran, / voran, voran!"


















