Im Endspurt

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Sunday, February 7. 2010
Grenoble
Es ist Sonntag, der letzte vor den letzten vier Prüfungen und damit der letzte sozusagen offizielle Studiensonntag in Grenoble für mich.

Was liegt zurück?


  • Ich habe immer noch keinen Studienausweis der UJF. Aber mir ist das jetzt auch egal!

  • Ich war Ski fahren! Yeah! Welch eine Steigerung habe ich durchgemacht! Von totale Niete auf ein bisschen Niete gesteigert. Und es hat mir den Muskelkater meines Lebens in den Waden gebracht sowie die größte Anzahl Blasen an den Füßen, die ich jemals auf einmal hatte. Aber es war cool. Und das Beste: Meinen Knien hat es nichts ausgemacht. Fazit: Wird wiederholt.

  • Wohnungssuche in Southampton: Es ist ja schon ätzend, wenn man vor Ort ist, eine Wohnung zu suchen. Aber wenn man die dann nichtmal besuchen kann, weil man etwa 1000km Land und 50km Wasser weit entfernt ist ... Anscheinend habe ich jetzt jedenfalls eine Wohnung. Wird auch Zeit. Und so werden die Tage vom 24.02. bis 28.02. die vorerst stressigsten in Sachen Autobahn-Kilometern, die ich absehen kann.



Zum (vorläufigen?) Abschiednehmen aus Grenoble, zum Skifahren, zum Umzug, zu Southampton und diversen anderen Kleinigkeiten gibt's dann demnächst hoffentlich wieder mehr zu lesen: Wenn ich mal wieder Zeit habe. ;)

Über Quanten, die hallen

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Tuesday, December 15. 2009
Grenoble
Nach wochenlanger Abstinenz aus meinem Blog will ich mal wieder ein paar Zeilen schreiben. Viel Konkretes ist nicht passiert. Also, falsch: Konkrekt schon, aber nichts was sich hier anekdotenhaft als lustige Geschichte erzählen lässt.

Der Stand ist folgender:

  • Bin blank. Wegen der Einschreibung und wegen der Tatsache, dass mein Sommerarbeitgeber eine gewisse Latenz beim Auszahlen des Gehaltes hat. Bin aber informiert, dass es möglicherweise Januar was wird...

  • Bin total entspannt, wegen des lockeren Stundenplanes.

  • Bin gleichzeitig total überarbeitet, weil ich viel schlafe (sowohl im Unterricht als auch des Nachts im Bett) und daher immer alles spät anfange...

  • Befinde mich im Krieg. Im Papierkrieg, um genauer zu sein. Die Mobilmachung hat begonnen, derzeit rührt sich der Gegner (meine école) aber nicht. Der Verantwortliche sei 200-2000 Mails im Rückstand. Frustrierend.

  • Bin zwar UJF-Student, habe dennoch noch keinen Studierendenausweis der UJF. War aber kein Problem bei der ersten Prüfung. Der hat die Personalien ohnehin nicht kontrolliert.

  • Bin viele Kilometer geschwommen. Habe jetzt Schwimmhäute zwischen den Fingern. Wirken sich mein Radfahren nachteilig aus: Erhöhter Luftwiderstand...

  • Bin viele Kilometer radgefahren, mit erhöhtem Luftwiderstand und defekter hinterer Bremse. Trotzdem fragte mich der Fahrradschrauber beim Nachstellen der Bremse, ob die schon alt sei. Neu sei sie jedenfalls nicht, meinte er. Als ich ihm erklärte, dass er selbst sie vor zwei Wochen eingebaut hat, hat er nichts mehr gesagt...

  • Bin verängstigt: Lösung der ersten Teilaufgabe (von 9) der Mesophysik-Klausur vom letzten Jahr hat 3 Stunden gedauert ... ohne dass es zu einer Lösung geführt hätte. Teilaufgabe 2 und 3 ebenso. Matthias hat es nach weiteren x Stunden hinbekommen. Habe keinen Erkenntnisgewinn aus seinen Lösungen, außer dass Kampfrechnen nervt.

  • Sakozy ist immer noch französischer Präsident und Merkel immer noch deutsche Bundeskanzlerin. Kann sich das mal endlich irgenwann ändern?


Der Scheideweg der Parti Socialiste

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Monday, November 2. 2009
Grenoble
Es ist ein verregneter Mittwoch, an dem ich mich mit dem Rad zum Messegelände Alpexpo in Grenoble aufmache. Wie ein Geheimtreffen mutet es mir an: Kleine
Plakate mit der Rose darauf weisen den Weg von der Bushaltestelle zum
Konferenzzentrum. Ein Mann vom Sicherheitsdienst, vermutlich ein nordafrikanischer Einwanderer, zeigt mir lächelnd einen Fahrradständer, der überdacht ist. Eine Rose hier, eine Rose da.

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Einschreibung

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Thursday, October 15. 2009
Grenoble
"Voilà, t'es inscrit", eine Leichtigkeit lag in diesem Satz. Die Dame, die mir gegenübersaß, ordnete noch schnell meine Akten. Ein ganz einfacher Vorgang, diese Einschreibung. Scheinbar, denn es ist der 15. Oktober und die offizielle Einschreibungsfrist ist seit 18. September abgelaufen.

Wieso das?, fragt sich der geneigte Leser.

Freitag, der 18. September: Laut Information meines Studiengangverantwortlichen ist heute Einschreibung an der école Phelma. Das ist die erste Einschreibung von zweien, da ich dieses Jahr nicht nur Doppeldiplomer sondern auch noch in einem Forschungsmaster bin. Also muss ich mich sowohl an Phelma als auch an der UJF Grenoble, der naturwissenschaftlichen Uni, einschreiben.

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Les Rentrées

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Tuesday, September 8. 2009
Grenoble
Salut und Hallo zu einer neuen Geschichte!

Das Semester hat wieder begonnen und ich bin gespannt auf das Jahr als étudiant Master an der UJF (Université Joseph Fourier).
Die Dinge, die mich letztes Jahr aus den Socken gehauen haben, nehme ich nun mir geradezu stoischer Gelassenheit auf: Wäscheständer ist weg,
das DSL-Modem ist bei der Nachbarin, die aber erst Freitag kommt, Informationen zum Wie und Wo der neuen Veranstaltungen habe ich nicht, nur online oder sind gar nicht aufzufinden. Wow! Schlecht informiert...

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Ende einer Woche

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Friday, July 24. 2009
Strasbourg
Eine Woche eingeramt und durchzogen von seltsamen Momenten. Aber eben ohne dass es dabei ein so herausragendes Ereignis gegeben hätte, um gesondert darüber zu schreiben.

Die Woche hatte ihren ersten seltsamen Moment am Sonntag, als meine liebe Freundin Steffi mich fragte, warum mein Wecker denn von "Tag 50" spräche. Tag 50???
Ja durchaus. "Da steht 'Day 50'." Sagt sie und schaut sowohl stolz auf ihre Entdeckung als auch von morgendlicher Müdigkeit belastet drein. "Da steht SO wie Sonntag." antworte ich promt. "Oh." quittiert sie und ihr Stolz weicht totaler Verwirrung.

Dabei hatte sie Recht! Kurzes Nachzählen im Kalender ergibt, dass ich, wenn ich den Tag meiner Ankunft in Strasbourg (Sonntag, 31. Mai) mitzähle, an jenem Sonntag genau 50 Tage in Strasbourg war. Wow! Seltsamer Zufall. Da könnte man fast abergläubig werden und an den Großen Solarwecker glauben, der die Welt in sieben Schlummerphasen aufweckte.

Nein, dafür bin ich zu sehr mit der Realität verbunden. Stattdessen freue ich mich über das gelungene Wochenende mit Steffi, darüber dass der neue Harry Potter zwar lang, seltsam und düster aber doch ganz nett zu gucken war (tolle Tropfen-Tinte-in-Wasser-Effekte) und über die Tatsache, dass sie noch bis Montag geblieben ist.

Als ich sie vor der Arbeit zum Bahnhof begleite, ist es irgendwie das angenehme Gefühl, sie nur "mal eben" heimfahren zu sehen. Nicht wie in Grenoble, wo sich die Abfahrt für mich immer wie Weltreise anfühlt.


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Die Krux mit der Reise

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Wednesday, July 8. 2009
Strasbourg
Mann, bin ich gestresst! Und warum? Weil ich auf die aberwitzige Idee kam, wo ich schonmal in Strasbourg bin, doch gleich nen Besuch der FES Hochschulgruppen im Rhein-Main-Gebiet beim EU-Parlament zu organisieren.

Was mir da noch nicht klar war: Eine Reise organisieren sagt der Laie. Der Fachmann spricht von einem multivariaten, nichtlinearen, chaotischen, transienten System, das dementsprechen mehrere, von den Einflussgrößen abhängige Arbeitspunkte hat und dazu neigt im Zeitverlauf (transient) stark zu schwanken. Oh, das kenn ich. Nennt sich auch Leben, Studium oder Betrunkener (zumindest das mit dem Schwanken).

Als ich heute heimkam, war ich dementsprechend am Boden. Ich packe meine Wäsche zusammen und gehe zum Waschsalon auf der anderen Straßenseite. Zwei Säcke sind es, so wenig Priorität habe ich meiner Wäsche zugestanden. Ich wage ein Experiment: Wäsche in die Maschine und dann versuchen, einkaufen zu gehen. Wie viel Zeit habe ich? Halbe Stunde. Ich sage nicht "Yes, I can", ich sage "Gut, das ist möglich", ist eh viel realistischer.

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