Heute morgen habe ich es getan! Ich habe in Straßburg (oder besser: Strasbourg) angerufen, beim Institut für Physik, Chemie und Materialien der Universität Strasbourg und habe einen Termin für mein Vorstellungsgespräch ausgemacht.
Ich möchte nämlich gern in der schönen Stadt, in der das Europaparlament sitzt, Praktikum machen. Mai bis August, den Sommer also.
Und es hat geklappt. Der Chef der Abteilung hat sich gefreut und so wird es nun Mitte Februar während der Ferien einen Tagesausflug nach Strasbourg geben.
'Was das alles wieder mit sich bringt', schießt es mir da durch den Kopf: Umziehen, den ganzen Sommer arbeiten und am schwerwiegensten: Eine neue Kategorie im Blog einrichten und regelmäßig Fotos machen und hochladen. Schlimm, schlimm, schlimm. Aber was macht man nicht alles, um dabei zu sein, im Netz der unbegrenzten Möglichkeiten.
Das neue Jahr hat auch akademisch langsam an Fahrt aufgenommen. Nachdem ich die letzte Woche zweimal in eine, sagen wir mal autofahrerseitige Fehlinterpretation der Verkehrsregeln involviert war, musste es ja auch besser werden.
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Auf dieser Kreuzung ist es passiert: Nichts ahnend fahre ich, von oben links kommend, auf die Abbiegerspur. Linker Arm raus, ich bin ja ein umsichtiger Verkehrsteilnehmer, der seinen Mitmenschen in guter Bloggermanier mitteilt, was er fühlt, denkt, macht oder wohin er gedenkt abzubiegen.
Dann lenke ich mein Fahrrad nach links auf die Straße nach oben rechts, als es an mir vorbeibraust und mich fast vom Rad wirft: Ein grün-silbriger Renault Clio mit Grenobler Kennzeichen.
Meine Fresse hat mich das durchgeschüttelt. Glücklicherweise ist weder mir noch dem Rad ernsthaft was passiert.
50 Meter weiter hält der Wagen an, während ich lauthals meinem Unmut über die bekloppten Autofahrer Luft mache.
Da kommt eine Frau auf mich zu, mit besorgtem Gesichtsausdruck: "Ça va? Vous-êtes bien?" -- "Oui, oui", antworte ich, "mais c'est incroyable! J'étais bien visible! C'est quoi que vous faites!?"
Eine Mischung aus Reue, Entschuldigung und Widerstand schwappt mir entgegen. Dass ich erst so spät den Arm rausgehalten hätte. Außerdem ginge die Spur da auseinander (on redouble). Und da kam die Dame wohl auf die glänzende Idee auf der Kreuzung den vielen Platz zu nutzen, und den Radfahrer, also mich, kurzerhand zu überholen.
Großes Tennis. Ich gebe ihr zu verstehen, dass ich von ihrem Fahrstil geschockt bin, mir aber nichts passiert sei und es dem Rad auch gut ginge (obgleich das Vorderrad nicht mehr 90° zum Lenker steht, aber das lässt sich mit einem beherzten Drehen richten). Auch die Polizei würde ich nicht holen.
Als ich einige Tage später, wieder an der Kreuzung vorbeikomme, fällt mir auf, was man auf der Karte auch gut sehen kann: Die gute Frau hat mich auf der Abbiegerspur überholt.
Ich meine, ich kenne die französische Straßenverkehrsordnung nicht im Wortlaut. Ich würde mich auch nicht drauf festlegen, dass es explizit verboten sein könnte, auf der Kreuzung, auf der Abbiegerspur einen Radfahrer zu überholen, zumal mit vermutlich etwas höherer Geschwindigkeit als 50 km/h, da die Ampel gerade dabei war, auf rot zu schalten, als ich den Zebrastreifen überquerte... aber ich denke, dass selbst bei großzügiger, sinngemäßer Auslegung sowas zumindest mit nem erhobenen Finger bestraft werden sollte!
Also hier: Erhobener Finger! Mon doigt élévé, Madame! Soyez prudent la prochaine fois!