The crazy Radtour

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Sunday, March 7. 2010
Southampton
So habe ich mich also aufs Rad gesetzt, mit dem Vorsatz, die Gegend gen Westen zu erkunden.
Ich schlage die Richtung zum Southampton Common, dem großen Stadtpark, ein ... und verliere die Orientierung.
Nach kurzem links und rechts Abbiegen finde ich mich auf der Bassett Avenue in Richtung meines Arbeitsplatzes wieder. Mist. Die Arbeit verfolgt mich sogar am Sonntag.

Also entscheide ich mich, von dort ganz knallhart nach Norden weiter zu fahren und komme nach Romsey.


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Was lange währt, wird endlich gut...

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Friday, June 26. 2009
Strasbourg
Es bedurfte nur einer Metallsäge (une scie), ein wenig Muskelkraft und ein wenig Geduld.

Und nun ist es frei! Mein Fahrrad! Es steht sicher auf meinem Flur und wird schon morgen repariert. Wow, was lange währt, ohne Fleiß kein Preis, dat Glück is mit die Doofen...

Ich kam mir schon etwas dappisch vor, als ich heute mit meiner neuen Säge am Place St. Nicolas des Ondes aufkreuzte. Was vor zwei Tagen noch quasi unter polizeilicher Aufsicht passierte, wurde heute ein bisschen zum sozialen Experiment: Was machen Café-Gäste, wenn einer seelenruhig das Schloss eines angeschlossenen Fahrrades aufsägt? Die Antwort ist ernüchternd: Nichts.

Ich unterhalte mich mit der Frau aus dem Geschäft nebenan (croq-irgendwas, an den Rest kann ich mich nicht erinnern und in Google Streetview steht ein ein Baum davor, soviel also dazu... tzzz) über die Ironie der Geschichte, dass ich jetzt sozusagen mein eigenes Fahrrad zurückklauen müsse und dass ich eigentlich Glück gehabt habe.

Und so säge ich und säge. Es geht einfacher als befürchtet, die dicke Zange der Police hat das Stahlseil schön in einem der Metallringe eingeklemmt, sodass es sich schneidet wie ein massiver Block Metall. Nicht gerade Butter, aber weniger frustrierend wie ein schlackerndes Stahlseil.

Als ich es durch habe, bremst die Säge ihren letzten Zug auf meinem Finger und hinterlässt eine dunkle, nicht besonders tiefe Wunde. Tja, heißes Sägeblatt in Akademikerhand. Aber das war's wert.

Und an der Ecke in Strasbourg bin ich jetzt wohl auch nachhaltig bekannt. Ach und bevor ich's vergesse: Ätsch, bätsch, Arschloch! :D

Wieder da und doch nicht ganz

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Thursday, June 25. 2009
Strasbourg
Auf dem Heimweg hatte ich mich innerlich schon fast mit dem Verlust meines Fahrrads abgefunden. Wie dreist, einfach das Schloss zu durchschneiden und es mitzunehmen, aber ich hatte schon einen vielversprechenden Nachfolger gefunden: Alt, gut in Schuss und 25 € günstig.

Wie in Gedanken ging ich also von der Straßenbahn ausnahmsweise nicht den kürzeren Weg am Campus entlang sondern an den Boule-Spielern vorbei durch die Parallelstraße. Neugierig sah ich nach einem Fahrrad, das meinem von weitem ähnelte: Silberner Rahmen, die Überreste der Korbhalterung noch vorn.

Ich dachte, ich seh nicht richtig: Da steht mein Fahrrad! Mein Fahrrad, mit dem kaputten hinteren Schutzblech und dem platten Vorderreifen. Doch was ist das? Ein dickes, geradezu hermetisches Sicherheitsschloss hält es am Fahrradständer fest.

Zügigen Schrittes gehe ich heim, greife zum Telefon und wähle die Nummer der Police Municipale: Ja, mein Rad sei geklaut worden und nun habe ich es, angeschlossen, ein paar hundert Meter weiter wiedergefunden. Was tue ich da? -- Die Polizei (Telefonnr. 17) anrufen, sagt mir die freundliche Frau am anderen Ende der Leitung.

Gut, dann mache ich das doch. Mit dem Handy und einem A4-Ausdruck des Fotos meines Fahrrads, das ich gestern hier auch online gestellt habe, bewaffnet gehe ich zur Straßenecke und was finde ich vor? Die Polizei ist schon da.

Nicht wegen meines Fahrrads, soviel ist klar. Ich frage nach, erkläre, was passiert ist und zeige das Foto zum Beweis. Der Beamte glaubt mir, greift zum Funkgerät und fragt nach, wo die große Zange ist (la pince "Seigneur"). Er führe jetzt los, sagt er mir, aber in ein paar Minuten kommt entweder er oder Kollegen wieder, die mir das Rad entketten könnten.

In der Tat (und nach einem netten Gespräch mit einer und einem Obstverkäufer/in aus dem Laden nebenan) kommt ein Polizeiauto mit drei Beamten vorgefahren. Wieder erkläre ich den Sachverhalt und der Chef sagt "Coupe!" und der jüngere setzt die Zange an. Die dritte Polizistin zückt die Kamera: Männer bei der Arbeit.

Doch dann die Ernüchterung: Verdammt, das Schloss ist widerspenstig! Ein Stahlseil ummantelt mit Metallringen. Die Zange schafft es durch die Ringe, aber gegen das Seil ist sie machtlos. Nach drei Versuchen mit der, zugegeben schon etwas mitgenommenen Zange, geben die Polizisten auf und raten mir, mich nach einer kleineren, für Seile geeigneten Schere umzusehen und es selbst aufzumachen.

Ein bisschen enttäuscht von der Zange (Was wenn ich mal in nem Auto klemme? Sagen die dann nach drei Versuchen auch: "Da können wir nix machen, schauen sie mal, ob sie ne andere Zange finden und sich selbst freischneiden können." ???) und verwirrt: Muss ich jetzt mein eigenes Fahrrad zurückklauen? Wo bin ich denn???

Ich frage in den Geschäften und Bars und schließlich gibt mir ein Wirt (ein netter, aber kurz angebundener Inder oder Pakistani) einen Hammer und zwei Schraubenzieher und ein leicht nach Bier riechender Franzose (wie er im Bilderbuche steht :) ) bietet seine Erfahrungen aus Schulzeiten an.
"Ben, je vole pas des vélos, mais je peux l'essayer." (Ich stehle keine Fahrräder, aber ich kann's ja mal versuchen) sagt er, schaut sich das Schloss an und versucht es mit seinem eigenen Fahrradschlüssel aufzumachen. Der Erfolg: Kaputter Schlüssel.

Nun setzt er Hammer und Schraubenzieher auf das Schloss an. Ein in Anzug gekleideter Afrikaner kommt vorbei und probiert es auch mal, aber das Schloss bleibt zu. Zuletzt versuche ich, das Schloss durch wildes Draufschlagen zum Zerbrechen zu bringen.

Was soll ich sagen. Nach über einer Stunde, zwei von zwei kaputten Schraubenziehern und einem arg demolierten Schloss, gebe ich auf. Ich bringe den Hammer zurück, versuche dem Wirt soetwas wie Wiedergutmachung für die kaputten Schraubenzieher anzubieten, doch er lehnt ab, und begutachte unser Werk.

Zwei Polizisten mit pince Seigneur, zwei Passanten, ein Hammer, zwei Schraubenzieher und meine Wenigkeit haben das Schloss so zerstört, dass, wer immer es an das Fahrrad drangemacht hat, es mitnichten wieder aufbekommen wird. Außer, sie oder er hat zufällig einen Bolzenschneider dabei.

Morgen werde ich mir eine Metallsäge und ein neues Schloss kaufen und es nochmal probieren... sofern es morgen auf dem Weg zur Straßenbahn noch dasteht. Putain!

Ein Nachruf auf mein Fahrrad

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Tuesday, June 23. 2009
Strasbourg
Du bist keine Schönheit und auch nicht sonderlich belastbar. Deine Kette lies mich schon im Stich, du hast mehr Glühbirnen verbrannt als jedes andere Rad vor dir und du fielst immer um. Dein Lenkerkorb machte mich wahnsinnig und du hast mich schon im Stehen abgeworfen.

Du hast die Alpen gesehen und mich (mehr oder weniger) sicher durch Grenoble getragen. Mit dir habe ich Strasbourg erkundet und du hast die A5 von Basel bis Rosbach kennengelernt. Du warst Tag und Nacht für mich da und begnügtest dich mit Fahrradständern in strömendem Regen oder einem dunklen Heizungsraum.

Ja, du warst ne doofe Tretmühle, aber du fehlst mir! Und wenn ich das Pack erwische, das dich geklaut hat, dann kriegen die so richtig Ärger! Welches hirn- und herzlose Etwas hat dich geklaut? Organisiert, mit Bolzenschneider das Schloss durch und entführt. Verschachern werden sie dich, wie Vieh, an den nächsten armen Studi, dem sie dich in ein paar Monaten wieder klauen werden. Traurig.

Deswegen werde ich dich suchen und solange hoffe ich, dass du gut behandelt wirst.
Kaltblütig durchschnittenes Fahrradschloss.
Mein Fahrrad

Der Anruf in Straßburg nach Henkersbesuch

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Tuesday, January 13. 2009
Grenoble
Heute morgen habe ich es getan! Ich habe in Straßburg (oder besser: Strasbourg) angerufen, beim Institut für Physik, Chemie und Materialien der Universität Strasbourg und habe einen Termin für mein Vorstellungsgespräch ausgemacht.
Ich möchte nämlich gern in der schönen Stadt, in der das Europaparlament sitzt, Praktikum machen. Mai bis August, den Sommer also.
Und es hat geklappt. Der Chef der Abteilung hat sich gefreut und so wird es nun Mitte Februar während der Ferien einen Tagesausflug nach Strasbourg geben.

'Was das alles wieder mit sich bringt', schießt es mir da durch den Kopf: Umziehen, den ganzen Sommer arbeiten und am schwerwiegensten: Eine neue Kategorie im Blog einrichten und regelmäßig Fotos machen und hochladen. Schlimm, schlimm, schlimm. Aber was macht man nicht alles, um dabei zu sein, im Netz der unbegrenzten Möglichkeiten.

Das neue Jahr hat auch akademisch langsam an Fahrt aufgenommen. Nachdem ich die letzte Woche zweimal in eine, sagen wir mal autofahrerseitige Fehlinterpretation der Verkehrsregeln involviert war, musste es ja auch besser werden.



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Auf dieser Kreuzung ist es passiert: Nichts ahnend fahre ich, von oben links kommend, auf die Abbiegerspur. Linker Arm raus, ich bin ja ein umsichtiger Verkehrsteilnehmer, der seinen Mitmenschen in guter Bloggermanier mitteilt, was er fühlt, denkt, macht oder wohin er gedenkt abzubiegen.
Dann lenke ich mein Fahrrad nach links auf die Straße nach oben rechts, als es an mir vorbeibraust und mich fast vom Rad wirft: Ein grün-silbriger Renault Clio mit Grenobler Kennzeichen.
Meine Fresse hat mich das durchgeschüttelt. Glücklicherweise ist weder mir noch dem Rad ernsthaft was passiert.
50 Meter weiter hält der Wagen an, während ich lauthals meinem Unmut über die bekloppten Autofahrer Luft mache.
Da kommt eine Frau auf mich zu, mit besorgtem Gesichtsausdruck: "Ça va? Vous-êtes bien?" -- "Oui, oui", antworte ich, "mais c'est incroyable! J'étais bien visible! C'est quoi que vous faites!?"
Eine Mischung aus Reue, Entschuldigung und Widerstand schwappt mir entgegen. Dass ich erst so spät den Arm rausgehalten hätte. Außerdem ginge die Spur da auseinander (on redouble). Und da kam die Dame wohl auf die glänzende Idee auf der Kreuzung den vielen Platz zu nutzen, und den Radfahrer, also mich, kurzerhand zu überholen.
Großes Tennis. Ich gebe ihr zu verstehen, dass ich von ihrem Fahrstil geschockt bin, mir aber nichts passiert sei und es dem Rad auch gut ginge (obgleich das Vorderrad nicht mehr 90° zum Lenker steht, aber das lässt sich mit einem beherzten Drehen richten). Auch die Polizei würde ich nicht holen.

Als ich einige Tage später, wieder an der Kreuzung vorbeikomme, fällt mir auf, was man auf der Karte auch gut sehen kann: Die gute Frau hat mich auf der Abbiegerspur überholt.

Ich meine, ich kenne die französische Straßenverkehrsordnung nicht im Wortlaut. Ich würde mich auch nicht drauf festlegen, dass es explizit verboten sein könnte, auf der Kreuzung, auf der Abbiegerspur einen Radfahrer zu überholen, zumal mit vermutlich etwas höherer Geschwindigkeit als 50 km/h, da die Ampel gerade dabei war, auf rot zu schalten, als ich den Zebrastreifen überquerte... aber ich denke, dass selbst bei großzügiger, sinngemäßer Auslegung sowas zumindest mit nem erhobenen Finger bestraft werden sollte!

Also hier: Erhobener Finger! Mon doigt élévé, Madame! Soyez prudent la prochaine fois!

Das mache ich jetzt alles mit links...

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Tuesday, September 9. 2008
Grenoble
Tja und genau so ist es auch. Dieser Artikel wird sich beschäftigen mit den Dingen, die man als Radfahrer in aber vor allem um Grenoble beherzigen sollte.

Zunächst: Fahrt nur auf Radwegen an Straßen, die breit sind, die stark befahren sind und deren Berandung sehr gut zu erkennen ist. Fahrt niemals auf Straßen, wo sich ein Beamter gedacht hat:
"Ooh, wie 'alte isch diese Autofareur dawon aab, da su parken, wo die Fahräädär fahren sollen?"


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