Impressionen aus Strasbourg

weitersagen
Sunday, July 5. 2009
Strasbourg
Zu den Nahaufnahmen vom Europaparlament gesellen sich jetzt noch ein paar vom Münster aus fotografierte und einige Kuriositäten. Viel Spaß!

Salle Blanche

weitersagen
Saturday, January 31. 2009
Grenoble
Hinein

Was auf den ersten Blick anmutet wie eine Mischung aus Schlachthaus und Raumstation, entpuppt sich als etwas ganz anderes.
Es ist Freitag und ich besuche für einen zweitägigen Praktikumsversuch den Reinraum des Minatec CIME.
Vor mir liegen 16 Stunden Arbeit in einem Reinraum der Klasse 100 (entspricht maximal 100 0,5 µm großen Staubteilchen pro "Kubikfuß", das sind etwa 3,5 Partikel pro Liter Luft). Ein Traum also für Ausstauballergiker.

Auf der anderen Seite: So recht gemütlich ist das, was wir anziehen müssen, um den Raum so sauber zu halten, nicht gerade gemütliche Wochenendkleidung. Beim Eintreten tritt man auf Klebematten, die den groben Staub entfernen. Dann werden Plastiksäckchen über die Schuhe gezogen.
Nun darf man über einen Mauersims steigen und sich weiter anziehen. Zunächst Latex-Handschuhe, ein Haarnetz und Mundschutz. Dann kommt der Ganzkörperanzug. Schließlich zieht man Überschuhe an, setzt die Kaputze des Anzuges auf, knöpft ihn bis zum Kinn zu und zieht seine Schutzbrille auf.





So angezogen verliert man weder Hautschuppen noch hinterlässt man Fingerabdrücke. So kommt es, dass auf den Glastüren, den Edelstahltischen und -ablagen und sämtlichen Apparaturen nicht ein einziger Fettfleck zu sehen ist. Hinter den Maschinen: Kein Staub. Man könnte vom Boden essen, wenn es erlaubt wäre, Essen mit in den Raum zu bringen.

Continue reading "Salle Blanche"

Schnee

weitersagen
Friday, October 3. 2008
Grenoble
Tja, es wird nicht nur kälter des Nachts, es passieren auch seltsame Dinge hier in Genoble um diese Jahreszeit.
Heute Mittag zog es zu, dicke, schwarze Wolken hingen vor der Bergkette vor meinem Fenster. Ich verschob also meinen Einkauf auf den späten Nachmittag. Die Wolken hingen noch, als ich in den Supermarkt ging.

Als ich wieder rauskam, hatten sie sich fast komplett verzogen und boten einen beindruckenden Anblick: Puderzucker, Koks oder einfach nur Schnee hatte sich auf sie gelegt.

Da musste ich selbstverfreilich gleich mal Tourist spielen und, als ich wieder daheim angekommen war, ein Foto machen.


Unter den Wolken kann man es sehen... es wird Winter. :)

Rosinenbomber ohne Rosinen ;)

weitersagen
Friday, October 3. 2008
Grenoble

Das kam heute von meinen Eltern bei mir an. Die Mini-Herdplatte ist leider kaputtgegangen, aber sooooooo lieb das ganze.


Feueralarm

weitersagen
Thursday, October 2. 2008
Grenoble
The Boomtown Rats haben den Montag besungen. Mein Tag im Boomtown-Rats-Sinn ist der Mittwoch. Drei Wochen habe ich nun Mathe an diesem Tag, bei einem sehr sympathischen und temperamentvollen Prof, um acht Uhr und immer bin ich zu spät gekommen.

Macht nichts, er trägt es nicht nach, denn er ist so beschäftigt mit seinen Ausführungen über die Besselfunktionen und ihrer Betrachtung, dass er wohl auch Haustiere dulden würde.

Ein kleiner Kerl, weißes Haar, zumeist mit weißem Anderthalb- bis Dreitagebart, mit Zettel in der Hand, Kreide in drei Farben und einem Sprechtempo, das Guinnesbuch verdächtig ist, rennt vor der Tafel herum, lehnt sich ab und an nonchalant auf Tische oder Stühle und fragt regelmäßig: "Vous êtes d'accord, que j'éfface cette partie-là?" (Sie sind einverstanden, dass ich diesen Teil wegwische -- wobei er in der Betonung durchaus offen lässt, ob es sich um eine Frage oder eine Feststellung handeln soll).

So düst er herum und führt uns durch die faszinierende Welt konvergenter Reihen, vorbei an équations differentielles ordinaires, in das gelobte Land der Besselfunktionen ?-ter Ordnung. Es macht das mit einer Begeisterung, die in mir den Wunsch weckt, mitzutanzen durch diese blühende Mathe-Landschaft. Wenn da nur nicht die Tatsache wäre, dass ich bei gut der Hälfte der Schritte und Umformungen keinerlei Motivation erkennen kann. Natürlich führt diese und jene Umformung zum gewünschten Ergebnis, aber wieso, warum und überhaupt? Faust sagt: "Die Botschaft hör ich wohl, allein mit fehlt der Glaube." So ging es mir schon mehrfach in meiner Unizeit, aber hier bekommt der Satz eine neue Dimension.

Und dann passiert das, was ich seit der Schule nicht mehr erlebt habe: Ein lautes, durchdringendes Piepen ertönt. Und nun bekommt man unweigerlich das Gefühl, Monsieur Mathématicien rezitiert im Kopf Faust...
"Ben, désolé ... on arrête ici. Je pense qu'il nous faut de sortir maintenant." (Ähm, tut mir leid ... aber wir hören jetzt hier auf. Ich denke, wir müssen jetzt nach draußen gehen.) Und auf geht's zu meiner ersten Feuerübung in Frankreich. Zu meinem Mathematikverständnis hat es nicht beigetragen, aber, um den Philosophen Jagger zu zitieren: "You can't always get what you want!"


Feueralarm. Im Hintergrund gut zu erkennen, L'École d'Éléctronique, das Gebäude von Phelma im Polygone Scientifique.


You have to be logged in to view this page